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Baumbeobachtung

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Bäume erfüllen viele wichtige Aufgaben:

  • Sie sind ausgezeichnete Sauerstoffspender. Ihre grünen Blätter verwandeln das Kohlendioxyd in Sauerstoff. Eine grosse Buche kann eine Tonne Luft im Jahr entgiften.
  • Sie geben Feuchtigkeit ab und kühlen die warme Luft. Das spürst du, wenn du an heissen Tagen im Wald spazierst.
  • Sie speichern grosse Wassermengen.
  • Aus Blättern, die im Herbst herunterfallen, entsteht wieder neue Erde. 
  • Bäume bieten Schutz und Wohnung für viele Tiere. 
  • Ihr Holz eignet sich für Möbel und den Hausbau, als Brennstoff oder auch für die Papierherstellung.

 Erforsche  und beobachte mit Hilfe von 12 Aufträgen die jahreszeitlichen Veränderungen eines Laubbaums und lerne einige von seinen wichtigen Funktionen besser kennen.

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Hier erfährst du laufend mehr über Bäume:

 

Bäume wachsen

Ein Baum wird geboren....

Wachsen ist ein Wunder - bei allen Lebewesen, aber speziell bei den Bäumen.

Weisst du, dass aus einem Samen von nur 5 mm Länge und 0.5 g Gewicht ein Baum von 50 m Höhe mit einem Gewicht von 5 t entstehen kann?

Du kannst selber einen Baum aussäen und sein Wachstum beobachten. Doch beachte: Wenn du dazu im Wald Samen sammeln willst (z.B. aus Tannzapfen, Eicheln), musst du bis im Frühling warten. Die Samen können erst keimen, wenn es kalt geworden ist. Sammeln wir die Samen bereits im Herbst, müssen wir sie zuerst kalt machen und den Winter - z.B. im Kühlschrank - vortäuschen.

Wie wachsen Bäume?

Bäume folgen einer Wachstumsregel: Licht zu sammeln, sich an Ast- und Wurzelspitzen verzweigen und Jahresringe bilden. Bäume werden nie "erwachsen". Sie wachsen lebenslang weiter.

Wie gross/hoch werden Bäume?

Jede Baumart hat ihre maximal erreichbare Höhe - eine Eiche beispielsweise wird bis 40 m hoch. Entscheidend ist auch der Standort. Auf schlechtem Boden oder im kalten Gebirge wächst die gleiche Baumart langsamer. Der grösste Baum in der Schweiz hat ungefähr die gleiche Höhe wie die Sankt Ursen Kirche in Solothurn.

Alter und Tod

Die meisten Bäume sterben schon als Keimling oder junge Bäumchen durch hungrige Tiere oder weil Nachbarbäume ihnen zu wenig Licht und Bodenfeuchtigkeit lassen. Auch Schädlinge, Krankheiten oder die Motorsäge beenden ein Baumleben. Nur selten stirbt ein Baum an Altersschwäche.

Zu den Laubbäumen in der Schweiz, die das höchste Alter erreichen, gehören Eichen und Linden. Bei den Nadelbäumen hält die Eibe den Rekord mit über 2000 Jahren. 

Bäume haben Blüten - die Fortpflanzung der Bäume

Alle Bäume haben Blüten. Nicht alle sind so auffällig wie zum Beispiel beim Kastanienbaum, Kirschbaum oder Apfelbaum.

Alle Baumblüten weisen einen Stempel mit Samenanlagen und Staubgefäßen auf, in denen der Blütenstaub – auch Pollen genannt – enthalten ist.

Wenn der Blütenstaub auf die Spitze des Stempels - die Narbe - gerät, wächst er von dort aus zu den Samenanlagen nach unten. Aus den befruchteten Samenanlagen können sich so die Samen entwickeln.

Die Befruchtung der Blüten kann bei den Bäumen durch Insekten oder durch die Windbestäubung erfolgen.

Bestäubung durch Insekten

Insekten werden durch die Form, die Farbe und den Duft der Blüten angelockt. Sie suchen die Blüten auf, weil sie sich von der süßen Flüssigkeit, dem Nektar, der sich im Inneren der Blüte befindet ernähren.

Beim Besuch der Blüten streifen die Insekten an den Staubgefäßen entlang. Jedes Mal bleibt Blütenstaub am Körper der Insekten haften. Wenn das Insekt die nächste Baumblüte aufsucht, gelangt der Blütenstaub dort auf die Narbe. Dadurch kann sich eine Same entwickeln.

Bestäubung durch den Wind

Es gibt aber auch viele Bäume, die über zwei verschiedene Arten von Blüten verfügen (z.B.: Haselnuss, Buche, Erle, Kiefer, Lärche). Bei diesen Bäumen kann man männliche und weibliche Blüten an einem Zweig entdecken.

Die männlichen Blüten haben die Staubgefäße mit dem Blütenstaub. Die weiblichen Blüten hingegen verfügen über die Samenanlagen, und nur sie können daher auch die Samen hervorbringen.

Bei diesen Bäumen erfolgt die Bestäubung durch den Wind, indem er den Blütenstaub von den männlichen Blüten in die weiblichen Blüten trägt. Hier bleibt er an den klebrigen Narben haften.

Es gibt Bäume mit einhäusigen und zweihäusigen Blüten. Die Blüten beider Geschlechter sitzen entweder auf demselben Baum (einhäusig) wie bei der Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Erle und beim Nussbaum oder sie sind auf verschiedenen Bäumen (zweihäusig), man spricht dann von männlichen und weiblichen Bäumen. Dazu gehören Weiden, Pappeln und Ginkgo.

Andere Bäume haben sogenannte Zwitterblüten, und diese besitzen vielfach farbige Blütenblätter, wie die Obstbäume, die Rosskastanie und viele Bäume, die in wärmerem Klima gedeihen.

Warum haben Bäume Blätter?

Blätter sind sehr wichtige Pflanzenteile. Sie enthalten das sogenannte „Blattgrün", das unter Lichteinwirkung Luft und Wasser in Nährstoffe für den Baum umwandelt. Diesen Vorgang - bei dem lebenswichtiger Sauerstoff freigesetzt wird - nennen wir „Photosynthese".

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Blätter haben ganz unterschiedliche Formen, Strukturen und Farben. Dank ihnen lassen sich die Bäume gut unterscheiden.

Kennst du die verschiedenen Blätter und damit die verschiedenen Laubbäume?

Wenn du unsicher bist, hilft dir das Eichhörnchen Eike beim Bestimmen: Eikes Baumschule

 

Auch NADELN sind „BLÄTTER" und haben die gleichen Aufgaben. Nadelbäume behalten meist ihre Blätter im Winter. Aber auch sie werden einzeln und nacheinander erneuert, bei der Kiefer z.B. alle 3-5 Jahre.

 

Der Baum atmet und "schwitzt" mit Hilfe der Blätter:
  1. Die Wurzeln saugen Wasser aus dem Erdreich.
  2. Das Wasser steigt durch Gefäße im Stamminneren hinauf.
  3. Die Blätter nehmen Luft (Kohlendioxid) auf.
  4. Der grüne Farbstoff in den Blättern bereitet im Tageslicht aus Luft und Wasser Nahrung für den Baum.
  5. Die Nahrungsstoffe werden in besonderen Gefäßen, die sich unter der Rinde befinden, durch den Baum befördert.

Der Baum nimmt also Wasser über die Wurzeln auf und pumpt sie über feine Kanäle stammaufwärts in die Blätter. Hat das Wasser die Nährstoffe, die es transportiert, abgeliefert, so verdunstet es durch kleine Poren, die Spaltöffnungen, im Blatt. An einem einzigen heißen Sommertag kann z.B. eine Birke mit 200.000 Blättern 300-400 Liter Wasser verdunsten ...

Dank der Verdunstung ist es im Wald immer kühler als auf dem freien Feld.

Herbstfärbung der Blätter

Mit Hilfe des Sonnenlichts bilden grüne Blätter Nährstoffe für den Baum und zugleich Sauerstoff für Menschen und Tiere. Diesen Vorgang nennt man Photosynthese.

Für die Photosynthese benötigen die Blätter den grünen Farbstoff, der als Chlorophyll bezeichnet wird. Ohne ihn funktioniert die Photosynthese nicht.

Im Herbst hat die Sonne immer weniger Kraft und scheint auch weniger Stunden als im Sommer. Dadurch wird der grüne Farbstoff in den Blättern nach und nach abgebaut. Jetzt kann man in den Blättern auch andere Farbstoffe erkennen - gelbe oder rote.
Diese Farbstoffe sind immer in den Blättern, werden aber im Sommer vom grünen Farbstoff überdeckt.

Chromatographie - die Farben der Blätter gewinnen

Chromatographie Mit einem spannenden Experiment (Chromatographie) kannst du die Farben, die sich in einem Blatt befinden, hervorzaubern!

Arbeite nach dieser Anleitung.

Auf dem Bild siehst du links  die Farben eines verfärbten Kirschbaumblattes, rechts die Farben eines grünen Ahornblattes

Und warum wirft der Baum im Herbst die Blätter ab?

Wenn kein Chlorophyll mehr in den Blättern ist, bildet sich zwischen den Ästen und den Blättern eine Korkschicht. Damit ist das Blatt von jeglicher Versorgung durch den Baum abgeschnitten.
Das Blatt "verhungert" quasi und fällt herunter.

Knospen im Herbst - alles bereit für den Frühling

zweigIn den Knospen sind schon im Herbst die Blätter und die Triebe für das kommende Jahr vorbereitet. Die Triebe sind durch Schuppen  so gut geschützt, dass kein Wasser eindringen kann und auch keine Schädlinge den Weg zu den Trieben finden.

Wage einen Blick in die Zukunft des Baums und untersuche eine Knospe. Keine Baumart eignet sich dazu besser als die Rosskastanie mit ihren grossen Knospen. Allerdings sind sie durch Harz verklebt und müssen erst mit Brennsprit entharzt werden, bevor sie Schuppe für Schuppe zerlegt werden können.

Nutze dazu die Anleitung "gut geschützt - die Knospe der Rosskastanie (Zerlegen einer Knospe)"!

zerlegte_knospe_klein

Wie von feiner Watte umgeben zeigt sich zu innerst das Blatt, das im kommenden Frühjahr wachsen wird. Alles ist bereits vorhanden - erstaunlich, oder?

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Wenn du gut schaust, entdeckst du auch bereits die Blüte!

Sobald die Knospen die Wärme und das Licht des Frühlings spüren, werden sie austreiben.

Wir können diesen Prozess verfrühen, wenn wir einen Zweig mit nach Hause nehmen. Eingestellt in lauwarmes Wasser wird er auf der sonnigen Fensterbank nach wenigen Wochen blühen. Dadurch kannst du die Entwicklung ganz besonders gut beobachten.

Der Brauch des Barbarazweiges richtet sich nach dieser Entwicklung. Lies hier mehr darüber!

 

 

Flechten

flechtenWunderwesen an Bäumen und Steinen

Sicher sind sie dir schon begegnet, ohne dass du sie bewusst wahrgenommen hast - die Flechten. Was wie ein alter Kaugummi auf der Schulhausmauer aussieht, ist nicht selten eine krustig wachsende Mauerflechte.

Aus dem Alpen kennen wir die gelben, orangen oder grauweissen Farbtupfer auf den schneefreien Felsen. Oder die märchenhaft wehenden Bärte an den Ästen alter Bergtannen.

Die Flechten vermögen auch Baumstämme bei uns zu besiedeln. Sie sind Pionierpflanzen, die Lebensräume erobern, die für andere Pflanzen schlecht bewohnbar sind.

Wie entstehen und wachsen Flechten?

Flechten entstehen in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) aus Algen und Pilzen. Die Pilze nehmen Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luft auf, die Algen profitieren davon und stellen ihrerseits den Pilzen Zucker, den die Pilze nicht selber herstellen können, für die Ernährung zur Verfügung.

Flechten haben keine Wurzeln. Mit feinsten Haftfasern klammern sie sich an den Untergrund.
Die benötigten Nährstoffe nehmen sie entweder direkt aus der Luft oder aus Regenwasser und
Nebel auf. Geringste Stoffmengen genügen den anspruchslosen Flechten zum Leben.

Trotz ihrer enormen Genügsamkeit stellen die Flechten eine Bedingung: Sie brauchen saubere Luft.

Flechten sind absolut harmlose Lebewesen. Sie schaden auch den Bäumen nicht, wie dies oft fälschlicherweise vermutet wird.

weitere Informationen:

Wieviele Felchtenarten gibt es?

Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten. In Mitteleuropa kommen davon etwa 2.000 vor. Wieviele verschiedene Arten entdeckst du in deiner Umgebung?

Fotografiere sie und lege eine Sammlung an!

Baumjagd - finde dicke Bäume!

Dicke und alte Bäume haben eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt. Einige Vogelarten bauen in den ausladenden Kronen ihre Nester. Höhlenbrütende Vögel nutzen Baumhöhlen als Nistplatz. Auch Fledermäuse leben in den Baumhöhlen oder nutzen kleine Spalten und Hohlräume als Tagesverstecke. Besonders artenreich bevölkern die Kleinsttiere die Bäume.

Besonders wertvoll sind alte Eichenbäume. Viele Tierarten sind im Nahrungsgefüge eng an die Eichen gebunden.

Alte Bäume dienen auch als Nahrung oder Lebensgrundlage. An den Blättern leben die Raupen vieler Schmetterlinge, an den Stämmen Holzpilze und auf der Rinde gedeihen besondere Flechten und Moose.

Mit der Baumjagd wollen wir die Schönheit dicker oder alter Bäume, ihre Bedeutung für Mensch und Natur aufzeigen und faszinierende Baumbeispiele präsentieren. 

 
Mach mit bei der Baumjagd und melde uns deine Entdeckungen!

Dieses Beobachtungsblatt unterstützt dich dabei!

 

Impressum

Herausgeber

  • Amt für Umwelt Solothurn
  • Lehrmittelverlag Kanton Solothurn
  • Pädagogische Hochschule FHNW

Illustration

  • Ursula Koller, Rütihof

Website

  • Raimo Lindner, Oensingen

Kontakt

info@umweltdetektive.ch

Ab die Post fürs Klima!

HQ AfU Illustration

Hitzewellen, Schneemangel, Gletscherschmelze und neue Schädlinge: Der Klimawandel ist für alle spürbar.

Nur mit weltweiten Anstrengungen kann er gebremst werden.

Deshalb soll auf dem Aletschgletscher ein eindrückliches Zeichen gesetzt werden.

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